Tarifabschluss 2012: die Ergebnisse kompakt

I. Entgelt
Die Tabellenentgelte werden rückwirkend zum 01.05.2012 um 4,3 Prozent erhöht. Der Tarifvertrag hat eine Gesamtlaufzeit von 13 Monaten und endet am 30.04.2013.

II. Zeitarbeit
Nach dem neuen Tarifvertrag darf ein Zeitarbeitnehmer ohne weitere Einschränkung für 18 Monate im gleichen Betrieb eingesetzt werden; danach muss das Kundenunternehmen prüfen, ob er unbefristet übernommen werden kann. Nach 24 Monaten muss ein Übernahmeangebot gemacht werden. Ausnahmen gelten, wenn sachliche Gründe – zum Beispiel Projektarbeit oder Vertretungszeiten – eine längere Einsatzdauer beim Kundenunternehmen rechtfertigen. Von dieser Grundregel können die Unternehmen im Einvernehmen mit ihrem Betriebsrat ohne Zustimmung der Tarifvertragsparteien abweichen. Die freiwillige Betriebsvereinbarung ersetzt dann alle anderen Regelungen. Sie kann zwar den Anwendungsbereich der Zeitarbeit einschränken; dieser Verlust an externer Flexibilität soll dann aber durch eine Ausweitung der internen Flexibilität ausgeglichen werden – zum Beispiel durch eine höheren Anteil der Beschäftigten, die bis zu 40 Wochenstunden arbeiten dürfen, oder ein zusätzliches Arbeitszeit-Volumen im Umfang von 750 Stunden für jeden Zeitarbeitnehmer, der in die Stammbelegschaft übernommen wird.

III. Auszubildende
Abgeschlossen wurde ein Tarifvertrag zur Förderung ausbildungsschwacher Jugendlicher, um diese durch schulische und betriebliche Unterstützung fit für eine Ausbildung zu machen.

IV. Ausgebildete
Die Tarifvertragsparteien empfehlen, dass die Ausgebildeten in der Regel nach bestandener Abschluss­prüfung unbefristet in ein Arbeitsverhältnis übernommen werden sollen. Ein Angebot auf eine unbefristete Stelle muss der Arbeitgeber aber nur jenen Jugendlichen machen, die er tatsächlich benötigt. Diesen Bedarf kann er sechs Monate vor Ende der Ausbildung selbst festlegen und muss den Betriebsrat darüber unterrichten. In diesem Fall muss er die über Bedarf Ausgebildeten für 12 Monate übernehmen. Anders sieht es aus, wenn Arbeitgeber und Betriebsrat den Bedarf vor Beginn der Ausbildung in einer freiwilligen Betriebsvereinbarung festgelegt haben. Dann haben die über Bedarf Ausgebildeten keinen Anspruch auf Übernahme – weder befristet noch unbefristet. Das gleiche gilt bei akuten Beschäftigungs­problemen oder wenn personenbedingte Gründe eine Übernahme unmöglich machen. Im ersten Fall muss der Betriebsrat zustimmen, im zweiten Fall nur unterrichtet werden. Beides entspricht der gegenwärtigen Rechtslage.

V. Gesprächsverpflichtung Demografie 
Die Tarifparteien verpflichten sich auf Spitzenebene zu Gesprächen, die sich mit dem demo­grafischen Wandel und dem absehbaren Fachkräftemangel als Herausforderung für die Wettbewerbsfähigkeit der M+E-Industrie befassen. Im Fokus sollen dabei folgende Themen stehen: die Sicherung einfacher und die Förderung qualifizierter Tätigkeiten in Deutschland, die Zukunft industrie­naher Dienstleistungen sowie altersgerechte, differenzierte und flexible Arbeitszeitmodelle unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklung.

Tarifgeschehen

  • 24.05.2012
    Abschluss Verhandlungsergebnis

  • 19.05.2012
    Einigung in der Baden-Württembergischen Metall- und Elektroindustrie - VSME will Pilotabschluss für Sachsen übernehmen

  • 20.03.2012
    Erste Verhandlungsrunde zwischen der IG Metall und dem VSME für das Tarifgebiet Sachsen in Radebeul vertagt

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